
Viele Kinder schlafen gelegentlich mit offenem Mund oder atmen tagsüber durch den Mund. In den meisten Fällen ist das harmlos – etwa bei einer Erkältung.
Wenn Mundatmung bei Kindern jedoch dauerhaft besteht, hat sie langfristig Auswirkungen auf die Entwicklung von Kiefer, Zähnen und Gesicht.
Chronische Mundatmung kann die Kieferentwicklung bei Kindern beeinflussen. Sie kann insbesondere das Wachstum des Oberkiefers verändern und dadurch in manchen Fällen Zahnfehlstellungen oder auch Veränderungen der Gesichtsform begünstigen.
In der Kieferorthopädie wird in diesem Zusammenhang häufig vom sogenannten Long-Face-Syndrom gesprochen – einer typischen Gesichtsform mit verlängert wirkendem Gesicht und schmalem Kiefer.
In diesem Beitrag erfahren Sie, warum Mundatmung entstehen kann, welche Folgen sie für die Entwicklung von Kiefer und Gesichtsform haben kann und wann eine kieferorthopädische Abklärung sinnvoll ist.
Warum Nasenatmung für die Entwicklung wichtig ist
Die natürliche Atmung erfolgt durch die Nase. Dabei liegt die Zunge entspannt am Gaumen und übt einen leichten Druck auf den Oberkiefer aus. Dieser Druck spielt eine wichtige Rolle für die normale Entwicklung von Kiefer und Zahnbogen.
Wenn Kinder jedoch dauerhaft durch den Mund atmen, verändert sich diese Situation:
- Die Zunge liegt oft tief im Mundraum (falsche Zungenruheposition)
- Der Oberkiefer erhält weniger Wachstumsimpulse
- Der äußere Druck der Wangenmuskulatur überwiegt, es fehlt der innere Widerstand
- Die Lippen bleiben häufiger geöffnet
- Ein verändertes Schluckmuster, bei dem die Zunge gegen die Zähne statt gegen den Gaumen drückt
Diese Faktoren können gemeinsam die Kräfte verändern, die auf Ober- und Unterkiefer wirken. Während des Wachstums kann dies die Entwicklung der Kiefer beeinflussen und zu einer schmaleren Kieferform oder einer verstärkten vertikalen Gesichtsentwicklung beitragen – Veränderungen, die in der Kieferorthopädie unter anderem im Zusammenhang mit dem Long-Face-Syndrom beschrieben werden.
Was ist das Long-Face-Syndrom?
Das sogenannte Long-Face-Syndrom (lat. facies adenoidea) beschreibt eine bestimmte Gesichtsform, die mit einer verlängerten unteren Gesichtshälfte einhergeht. Typische Merkmale können sein:
- ein langes, schmales Gesicht
- ein schmaler Oberkiefer
- ein offener Mundschluss
- Zahnfehlstellungen oder ein offener Biss
Chronische Mundatmung ist eine Hauptursache, die die natürliche Entwicklung von Kiefer und Gesicht stört. Studien zeigen, dass sich bei dauerhafter Mundatmung Kieferstrukturen verschieben können und das Gesicht tendenziell länger und schmaler erscheint.
Warum Mundatmung entstehen kann
Mundatmung ist häufig keine bewusste Gewohnheit, sondern hat medizinische Ursachen. Dazu zählen unter anderem:
- vergrößerte Rachenmandeln (Adenoide)
- chronisch verstopfte Nase
- Allergien
- häufige Infekte
- zu schmaler Oberkiefer
- falsche Zungenlage
Bleibt diese Situation über längere Zeit bestehen, kann sie sich auf die gesamte Entwicklung von Gesicht und Gebiss auswirken.
Welche Folgen Mundatmung für Zähne und Kiefer haben kann
Die Auswirkungen von Mundatmung betreffen nicht nur die Atmung selbst. Auch Zahnstellung, Kieferentwicklung und Gesichtsästhetik können beeinflusst werden.
Mögliche Folgen sind zum Beispiel:
- schmaler Oberkiefer und schmale Nasenhöhle, was wiederum die Nasenatmung erschwert und somit einen Teufelskreis lostritt
- Zahnengstände
- offener Biss
- veränderte Gesichtsform
- Schnarchen oder Schlafprobleme
Kinder mit chronischer Mundatmung schnarchen häufiger, da der Luftstrom im Schlaf weniger stabil ist. Mehr über mögliche Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten erfahren Sie in unserem Blogbeitrag über Schnarchen bei Kindern.
Darüber hinaus kann eine dauerhaft geöffnete Mundhaltung die Mundgesundheit beeinflussen, da der Speichel eine wichtige Schutzfunktion für Zähne und Schleimhäute hat. Bei häufiger Mundatmung trocknet die Mundhöhle stärker aus, wodurch sich das Risiko für Karies und Zahnfleischprobleme erhöhen kann.
Wann eine kieferorthopädische Untersuchung sinnvoll ist
Jede Form der offenen Mundhaltung oder erschwerten Nasenatmung kann kieferorthopädische Konsequenzen haben.
Weitere Hinweise können sein:
- häufig geöffneter Mund im Alltag
- Schnarchen im Schlaf
- Platzmangel für durchbrechende Zähne
- sichtbare Zahnfehlstellungen
- Probleme beim Lippen- oder Mundschluss
Eine frühzeitige Untersuchung bereits im Alter von 4-6 Jahren ermöglicht es, Ursachen zu erkennen und geeignete Maßnahmen einzuleiten. Dabei ist es ganz gleich, wie viele Milchzähne oder bleibende Zähne im Mund sind. Dazu gehören je nach Situation HNO-Abklärung, eine kieferorthopädische Behandlung oder myofunktionelle Therapie.
Kieferorthopädische Lösungen bei California Smile
Wenn Mundatmung mit Veränderungen der Kieferentwicklung zusammenhängt, stehen verschiedene Behandlungsoptionen zur Verfügung.
Dazu können gehören:
- funktionelle kieferorthopädische Geräte
- Erweiterung des Oberkiefers
- Behandlung von Zahnfehlstellungen
- Übungen zur Verbesserung der Zungen- und Lippenfunktion
Welche Therapie sinnvoll ist, hängt immer von der individuellen Situation ab und wird im Rahmen einer persönlichen Untersuchung entschieden.
Fazit
Mundatmung ist mehr als nur eine Angewohnheit. Wenn sie über längere Zeit besteht, kann sie die Entwicklung von Kiefer, Zähnen und Gesicht beeinflussen.
Besonders im Kindesalter, wenn sich der Kiefer noch im Wachstum befindet, lohnt sich eine frühzeitige Abklärung. Eine kieferorthopädische Untersuchung kann helfen, mögliche Ursachen zu erkennen und die natürliche Entwicklung von Gebiss und Gesichtsform zu unterstützen.
FAQ: Häufige Fragen zum Long-Face-Syndrom und zur Mundatmung bei Kindern
Gelegentliche Mundatmung bei Erkältungen ist normal. Wenn ein Kind jedoch dauerhaft durch den Mund atmet, sollte die Ursache untersucht werden.
Wenn Kinder dauerhaft durch den Mund atmen, kann sich die Zungenlage verändern. Dadurch erhält der Oberkiefer weniger Wachstumsimpulse, was langfristig zu einem schmaleren Kiefer und einer verlängerten Gesichtsform führen kann. In der Kieferorthopädie wird dies teilweise als Long-Face-Syndrom beschrieben.
Wenn ein Kind häufig mit offenem Mund atmet, schnarcht oder Zahnfehlstellungen sichtbar werden, kann eine kieferorthopädische Abklärung sinnvoll sein.
Ja. Manche Kinder atmen tagsüber überwiegend durch die Nase, wechseln jedoch im Schlaf zur Mundatmung. Dies kann zum Beispiel bei vergrößerten Mandeln, verstopfter Nase oder Schlafproblemen auftreten. Hinweise können Schnarchen, Bettnässen, unruhiger Schlaf oder häufiges Aufwachen sein.
Je nach Ursache arbeiten oft mehrere Fachrichtungen zusammen. Dazu gehören Kinderärzte, HNO-Ärzte und Kieferorthopäden. Während HNO-Ärzte mögliche Atemwegsprobleme abklären, beurteilt der Kieferorthopäde die Entwicklung von Kiefer und Zahnstellung.
Ja. Wenn der Mund über längere Zeit offen bleibt, trocknet die Mundhöhle bzw. der Speichel schneller aus. Dadurch steigt nachweislich das Risiko für Karies oder Zahnfleischentzündungen.
Kontakt

Maximilian Schreiner
Englschalkinger Str. 144
81925 München
Tel. 089 89 674 013
Fax 089 91 07 62 63
E-Mail info@californiasmile.de
Öffnungszeiten
| Montag | 12.00 - 19.30 Uhr |
| Dienstag | 08.30 - 18.00 Uhr |
| Mittwoch | 08.30 - 18.00 Uhr |
| Donnerstag | 08.30 - 18.00 Uhr |
| Freitag | 08.30 - 12.00 Uhr |
Jetzt neu: Virtuelle Beratung
Schnell und einfach: Fülle wenige Punkte aus und erhalte eine professionelle Einschätzung zu deiner Zahnsituation.


